[- woahaberjetztechtmaey -]
Da kennt man sich seit fast 30 Jahren, von denen er mehr bewusst und erinnerbar erlebt hat als ich, und er bringt es dennoch fertig mich, während ich noch mein spätes, aber nach fünf Stunden Schlaf dringend notwendiges Frühstück zusammentrage und bevor ich auch nur einen einzigen Schluck Kaffee zu mir genommen habe, zu fragen, warum ich noch nicht bei der werten Großmutter angerufen habe, mir seine überschüssigen Kladden anzudrehen und mich süffisant von der Seite zu fragen, was denn die Wohnungssuche so mache. Und das der Samstagvormittag dafür ja am besten geeignet sei. Wohlwissend, dass ich gestern nicht gesucht habe.
Aber dann ernsthaft pikiert und erstaunt über meine absolut vorhersehbar genervte Reaktion sein. Als ob ich im Ernst nicht alles dransetzen würde, hier wieder rauszukommen.
Menschenskind.
Anna Licht - 10. Aug, 16:44
Es hätte das Motiv des Tages sein können.
Leichenwagen parkt vor Fleischerei.
Und ich werde vom Bus daran vorbei gefahren.
Merke: Das Leben ist nicht fair.
Anna Licht - 23. Apr, 09:47
Der Plan war eigentlich nahezu perfekt und die Rahmenbedingungen optimal. Denn zu Beginn des neuen Semesters weilte Mutter Licht noch in den Ferien und somit war die Stelle hinterm Steuer ihres Wagens vakant. Auch in der zweiten Semesterwoche benötigte das Fahrzeug dringend Zuneigung von der töchterlichen Seite, was dieser weitere fünf Tage weitestgehend (wir befinden uns immer noch im Straßenverkehr) idiotenfreies Pendeln ermöglichte. Woche Drei wurde dann genutzt, um Gesprächsstoff für die mit dem Älterwerden (und vor allem dem Arbeiten in einer öffentlichen Einrichtung) gehäuft auftretenden Diskussionen über das gesundheitliche Befinden und den eisigen Blick des baldigen Todes anzuhäufen.
Drei Wochen Zeit also für alle nervösen Erstsemester, die richtigen Buslinien zu finden, die Abfahrtszeiten zu lernen und sich in den innenstädtischen Trott einzureihen. Drei Wochen Zeit für die Zweit- und Drittsemester, ihre übersteigerten Egos wieder ein wenig runterzufahren, die Bewertung ihrer Dozenten und Referatsthemen nicht öffentlich und über mehrere Meter hinweg uninteressierten Zeitgenossen kollateralschadenartig um die Ohren zu werfen, und vor allem drei Wochen Zeit, um sich daran zu erinnern, dass dies hier eine sehr kleine Stadt ist, deren sämtliche Wege wesentlich schneller mit dem Fahrrad zu bewältigen sind, als die Busfahrer "Bitte den Bereich vor der hinteren Tür freimachen, damit sie endlich schließt" sagen können.
Aber was sind schon drei Wochen, wenn ich mit meinen Kommilitonen im Berufsverkehr schön gemütlich und mit aller Zeit der Welt im Weg stehen kann _und_ dabei nach allen Regeln der Peergroup-Zugehörigkeit top gestylt bin?
Anna Licht - 22. Apr, 10:13
Und Euch, liebe Radiosender, -moderatoren und -macher, möchte ich mal was mit auf den Weg geben:
Menschen, die um 6:15 Uhr morgens einen Radiosender bar jeglicher Informationsanliegen einschalten, wollen geweckt, nicht in den Schlaf gelullt werden. Um diese Zeit ein Lied zu spielen, in dessen Refrain gefühlte skatrillionen Mal die Zeile "it's too late to apologize" vorkommt, lässt zwar den Schluss zu, dass Ihr zumindest ahnt, wie kacke Euer Programm wirklich ist, ändert aber nichts an der physiologischen Unmöglichkeit, durch den zugehörigen Rhythmus in die Gänge zu kommen, Platz 2 der Charts hin oder her. Und was von diesen generell zu halten ist, zeigt sich mit einem Blick auf Platz 1, auf den zum wiederholten Male die Klingeltonindustrie mit Hilfe des geistig komplett retardierten Durchschnittskäufer ihren akustischen Müll abgeladen hat. Das Ding dann auch tatsächlich öffentlich und gebührenfinanziert abzuspielen, macht Eure Fick-Dich-Hörer-Haltung mehr als deutlich, und keine geheuchelte Entschuldigung der Welt wird mich dazu bringen, das Gegenteil anzunehmen. Lieber stürze ich mich in ein freiwilliges Koma, als meine geistige Anwesenheit nochmal dem Radiowecker anzuvertrauen.
"Schon GEZahlt?", fragen mich die Überreste eines Plakats auf dem Weg zur Arbeit. Langsam greife ich in meine Tasche und ziehe den neuerworbenen Flammenwerfer hervor.
Anna Licht - 19. Feb, 10:22
Die Stadt im Ländle hat mehr Einwohner, die mehr Müll produzieren. Ein Blick auf die Straßenbeläge der Innenstadt am frühen Abend oder an einem Samstag bestätigt dies regelmäßig.
Die Stadt in Mittelhessen hat wohl im Verhältnis mehr Hundebesitzer. Auch hier genügt ein Blick auf den Asphalt, um den Verdacht zu erhärten.
Anna Licht - 7. Feb, 16:07
Dennoch besitze ich sie alle, und die meisten von ihnen müssen mit.
Wenn ich mich nochmal beim Gedanken "ich hab nichts anzuziehen" erwische, knipps' ich mir höchstpersönlich das Licht aus. Das geht ja mal gar nicht.
Zumindest weiß ich nun wieder, warum die Aversion gegen Umzüge so groß war.
Anna Licht - 31. Jan, 15:45
Bitte nicht noch 5 Jahre Koland Roch.
Der ist ja von hier unten aus schon nicht zu ertragen.
Bitte. Ich halt' mich auch an die 100 Tage Schonfrist für Yps.
Anna Licht - 27. Jan, 21:01
Sowas hat ja jeder.
Personen in seiner Vergangenheit, die etwas getan haben, was so einprägsam im negativen Sinne war, dass künftig niemand in unserem Umfeld auch nur Ansatzweise dieses Handlungschema erfüllen darf, will er nicht ernsthafte Probleme mit uns bekommen.
Bei mir war es der Designer, der sich zusätzlich zu den ganz eigenen Problemen, über die er sowieso schon in Hülle und Fülle verfügte, immer gerne noch und mit größtem Elan die Schuhe anderer Menschen anzog, um dann hinterher zu klagen, sein Los sei zu schwer, die Welt nicht gerecht und alle gegen ihn. Gerne in Begleitung seiner ganz speziellen "nein, lass mich zurück, ich halte Dich nur auf, mein Leid darf nicht zählen (hab ich erwähnt, dass ich leide?)"-Attitude, die ich ihm noch heute gerne zu fressen gäbe (würde ich ihn nochmal sehen wollen).
Seitdem ist es wurscht, wer mit welchem Aspekt dieses Verhaltensmusters aus welchem Grund aufwartet - Freund oder Feind versetzt mich in einen Zustand, der mit gewaltbereit nur unzulänglich umschrieben wäre.
Anna Licht - 16. Jan, 14:04
Wenn wir zu wenig Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor haben (wo fängt der eigentlich an und wo hört der auf?), wie mancherorts
behauptet wird, haben wir dann eigentlich auch zu wenig HartzIV-Empfänger und zu niedrige Lohnnebenkosten?
Anna Licht - 15. Jan, 08:21
Was mich fast noch mehr mitnimmt als der Ausflug meines Mobiltelefons, ist die Tatsache, dass ich bereit bin, knapp 21,00 Euro zu bezahlen um die Möhre wiederzubekommen.
Und ich bewerbe mich bei einer Firma, die es geschafft hat, das vollständige Bullshit-Arsenal zusammen mit MS Comic Sans auf eine Seite zu packen.
Anna Licht - 7. Dez, 15:09