Seit Wochen schon versuche ich mich zu entscheiden, wie und wen ich bei der Oberbürgermeisterwahl Anfang Dezember wählen soll. Mein Verhältnis zu sämtlichen Parteien als abgekühlt zu bezeichnen, wäre noch euphemistisch. Die OB-Wahl ist aber sowieso Personenwahl, was besser ist, es aber nicht leichter macht. Zu wenig kenne ich mich in dieser Stadt aus, habe keine wirkliche Ahnung, was hier echte Probleme sind. Lediglich, dass man sich hier genauso wie in meiner Heimat permanent über das Stadtbild und bauliche Entscheidungen streiten muss (nur hier wesentlich erfolgreicher, oder sagen wir: im optischen Ergebnis signifikant weniger beleidigend). Tja, wen wählen?
Ihn,
den Aktuellen,
den Grünen oder Frau Sieber, die keine Website hat, aber für mehr Fahrradwege und weniger Prachtbauten ist?
Am Wahlwochenende bin ich nun auch gar nicht da, komme erst Sonntag am Spätabend zurück... Briefwahlunterlagen müssen her, also Donnerstag abend noch schnell in die Verwaltung, seit Wochen nicht hinbekommen, wofür auch, mir schmeckt keiner der Kandidaten so viel mehr bzw. weniger (so personenwahltechnisch gesehen), dass sich der Aufwand lohnte. Alle wollen letztlich Arbeit, Natur, Kultur, Familie, Freiheit & Rahmspinat.
Heute aber ist es dann plötzlich spannend geworden, denn der fünfte Kandidat, mir bis dahin nur indirekt durch seine
Geschäfte bekannt, hat eine fulminante Werbekampagne gestartet:

Er betont,
kein Spaßkandidat zu sein, sondern durch seine Kandidatur vor allem potentielle Nichtwähler zum Wählen zu bewegen.
Also Leute wie mich.