leichtfüßig
mit offenen armen
die augen verschlossen
renn ich mir
selbst davon
das herz an dir ein
umkreise meine gedanken
mit dir
alles ganz
ohne dich
Anna Licht - 16. Feb, 22:28
nachts um irgendwas nach vier
wenn du noch schwebst bevor du schon bald kriechen musst
dein herz noch tanzt und
deine fingerspitzen leuchtspuren in die kalte luft schreiben
buntes licht in schmutzigen pfützen
Anna Licht - 22. Jan, 20:53
das nichts noch immer
vermissen was aufgehört
hat etwas zu sein
was es niemals gewesen
ist im luftleeren raum
eingeschlossen
Anna Licht - 3. Dez, 15:52
was sind schon zwei jahre
frag mich nochmal was
in zwanzig
wenn meine füße
vielleicht nicht
im boden versinken
ich vielleicht
nicht mehr
durch den morast wate wenn
vielleicht fester
boden meine schritte leitet
Anna Licht - 13. Okt, 03:51
Während ich da also am Boden liege, mich krampfhaft am letzten verbliebenen Bein des Küchentischs festklammernd, um nicht auf die Spülmaschine zu knallen, grinst mich dieser beknackte fliegende Fisch mit seinem Habichdirjagleichgesagtgesicht aus der Vogelperspektive an. In meinem Kopf macht kurz das Arschlochkind unter den Gedanken - hätteste mal auf den pinken Idioten gehört - auf sich aufmerksam, da Besserwisser aber keiner mag, jagen ihn Leck-mich und Vielleicht-hätte-ich-noch-mehr-trinken-sollen gemeinsam als leichten Schauer übers Rückgrat fort. Ändert allerdings nichts an meiner derzeitigen, durchaus misslich zu nennenden Lage. Dazu kommt das Ticken der Uhr, das mich wahnsinnig macht. Kein Wunder, dass alles ist, wie es ist, ist ja nicht auszuhalten sowas.
Mit den Füßen angele ich vergeblich nach einer der auf dem Boden verstreut liegenden Blechdosen (wieso fallen die eigentlich nicht in Richtung Küchenzeile? Schwerkraft? Hallo?), in der recht ambitionistischen Hoffnung, sie als Wurfgeschoss gegen den tickenden Terror da über der Tür einsetzen zu können. Ambitionistisch, da ich für dieses Unterfangen zum einen mit einer Hand das Tischbein loslassen müsste, zum anderen weil die Luft im Raum die Konsistenz von feuchten Marshmallows aufweist. Ich kenne mich da jetzt nicht sonderlich gut aus, denke aber, dass dieser Sachverhalt das Flugverhalten von Blechdosen durchaus negativ beeinflussen könnte.
Aber was ich auch tue, meine Glieder gehorchen mir sowieso nicht, und das elende Blechzeug widersetzt sich eisern jeglichen physikalischen Gesetzen, verhöhnt mich (was ich ihm zugegebenermaßen zu diesem Zeitpunkt auch nicht ernsthaft verübeln kann), während es sich immer weiter von mir entfernt.
Also bleibe ich, wo ich bin. Es kann ja nun ohnehin nicht mehr lange dauern, bis jemand kommt und hier für Ordnung sorgt.
Hoffentlich verbrennt er den Fisch.
Anna Licht - 13. Sep, 04:03
"[
...]Ich trinke solidarisch mit, nur die ersehnte Rage gegen das alles hier, die kommt nicht, stattdessen kommt der Blues, gegen den man weder anvögeln noch -trinken kann, weil er Sex sinnlos und Alkohol schal werden lässt, weil man ganz kurz, mitgerissen von den Gedanken des Anderen, wirklich bei sich war, bei der Fünfzehnjährigen, die man mal war; die sich das alles ganz anders vorgestellt hatte."
Anna Licht - 25. Aug, 01:59