Samstag, 5. März 2011

idus martii (vorspiel)

warum ich gehe
willst du wissen

weil es frühling geworden ist
das herz weniger schwer
die seele leichter

was ich wollen könnte bleibt zurück
im dunkel der langen nächte unter saturn
als ich mir von dir die luft nehmen ließ
gierig das von dir hingeworfene verschlang
sehnsucht die unerträglichkeit von nähe überwog

ist es frühling geworden
mein herz weniger schwer
meine seele leichter

Mittwoch, 2. März 2011

feierabend

du weißt gar nichts. kannst du auch nicht, weil ich selber nichts weiß. es war dunkel, stockfinster, das benzin hat alles was da an geruch gewesen sein könnte überdeckt. nichts war zu sehen oder zu riechen, und der lärm der maschinen hat alles andere übertönt, alles. also hör auf mit dem scheiß, du weißt nichts, du hast keine verdammte ahnung von dem, was da vor sich ging. selbst ich weiß es nicht, dabei kann ich das blut noch auf meinen lippen schmecken. also hör jetzt auf, mir erzählen zu wollen was passiert ist. halt einfach die fresse, von mir aus fick mich, aber danach will ich endlich meinen kaffee und die zeitung.

Dienstag, 1. März 2011

was weißt du denn schon

ich glaube, ich hätte dich gerne kennengelernt, bevor du so verletzt worden bist.

ich mich auch.

Sonntag, 20. Februar 2011

sonntag im februar

komm
lass uns im park
die tauben vergiften
in deiner hand
die meinen
in unsern mündern
der sand
von gestern nacht
bis heute morgen
war alles noch gut
komm lass uns
im park die tauben
vergiften

Donnerstag, 10. Februar 2011

positionsabgängig

du bist
wirklich
das letzte
was gefehlt hat
nur
mal so
am rande
ist alles
ausgesprochen
positionsabhängig

Dienstag, 18. Januar 2011

welcome back

Tanzen auf der Kante. Das war gut, zu gut, zu schnell und intensiv auf Dauer, und du hast es recht genau gewusst. Zuletzt waren die Ausschläge nach der guten Seite beachtlich. Höher, schneller, weiter, too fucking yeah, jeder einzelne ein weiteres Spannen der Bogensehne, die, einmal losgelassen, dich mit Überschallgeschwindigkeit auf den Boden der Tatsachen jagen wird.

Du wolltest das nicht wahr haben und selbst jetzt windest du dich, an eben diesem Boden liegend, willst den Vodka in der Kehle brennen spüren, spüren, dass du verdammt nochmal am Leben bist und kein beschissener Zombie, willst warme Haut unter den Fingern und Zähne in deinem Fleisch. Willst dableiben, wo du warst, im glühenden Rot, nicht dort sein müssen, wohin es dich gebracht hat, Schwarzweißland. Und was ist eigentlich mit dem Rest der Farbpalette passiert? Gib mir meine verfickte Manie zurück!

Jetzt hat dich die kalte Hand von damals wieder im Nacken gepackt, weil du sie nicht sehen wolltest, ignoriert hast, ihre Existenz geleugnet, sie zum reinen Objekt der Vergangenheit erklärt.

Weil das ja schon immer so gut funktioniert hat.

Sonntag, 16. Januar 2011

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zum Loch im Kopf

Mit einer Sache hast du natürlich recht:
ich bin nicht glücklich.
Das habe ich aber auch nie behauptet.

Und was soll das überhaupt sein?

Montag, 10. Januar 2011

dämmerung

hängst
in kleinmädchenträumen
am haken der hoffnung
durch und aus
gezogen
ins zwielicht
verrannt
in gespinnste
der realität
ins auge gesehen

Und Du so?

Du bist nicht angemeldet.

Sieh mal zu!

warm und licht und plüschig

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Nix geht verloren, der Treibsand wird archiviert: Deutsches Literaturarchiv Marbach. Danke.

Anna

- heißt eigentlich anders und schreibt seit 2002 hin und wieder was ins Internet, seit 2007 tut sie es hier. Ab und an denkt sie wegen Untätigkeit laut oder leise übers Löschen nach, durchringen kann sie sich nicht. Im Treibsand versinken Gefühle, Eindrücke und Textfetzen, die irgendwohin müssen, aber nirgends so richtig passen wollen.

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Online seit 6410 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:09

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