Montag, 17. März 2008

selbstillusionierung

der augen blick
trinkt gierig horizonte dir
und wintermorgen
aus der hohlen hand

Mittwoch, 12. März 2008

funktionstüchtig

Es ist fast schon unheimlich, wie schnell sich das menschliche Gehirn an Situationen anpasst, Neues zu Gewissheit und Normalität werden lässt und den Orgnismus so zum Weitermachen befähigt. Wo an einem Tag noch jegliche synaptische Verbindungen zum Verständnis fehlten, bahnen sich die zunächst panisch kreisenden Gedankenströme über Nacht ihren Weg, verknüpfen Nervenzellen miteinander, laufen die Strecke einige Male ab und der Rest der biologischen Einheit folgt.

Wie lange es wohl dauern mag, bis sie die alten Wege nicht mehr nutzen, sich Schlaglöcher bilden und ganz langsam der Löwenzahn durch den Asphalt bricht?

Dienstag, 11. März 2008

Vergissmeinnicht

Die zutiefst dämliche Prinzessin Drama hingegen hatte Herz und Lungen im Turm liegen lassen.

Freitag, 7. März 2008

Prinz Vollidiot 2

"Seltsam", dachte der Prinz, "wo musste sie wohl so dringend hin?"

Dienstag, 4. März 2008

Prinz Vollidiot

Und als der Prinz dann doch endlich auftauchte, lagen nur noch ihre Zöpfe gekappt am Fuße des Turmes, direkt neben einer Leiter, die kurz unterhalb des hoch oben gelegenen Fensters endete. Es musste Monate gedauert haben, eine solche Leiter zu fertigen, doch vom Handwerk haben Prinzen keine Ahnung.

Freitag, 29. Februar 2008

[Seelenstriptease]

Frau Wahl kann nicht bloggen, wenn ihr jemand über die Schulter schaut.

Ich kann nicht das bloggen, was ich von jemandem gelesen wissen möchte, weil ich Angst habe, dass jemand es liest. Obwohl ich weiß, dass jemand es sowieso nicht liest.

Am Ende der Worte.
[/Seelenstriptease]

Dienstag, 26. Februar 2008

Heimat

Die Straßen, die ich durchlaufe, die Grünstreifen, die ich passiere, die Gesichter der Menschen, sie alle sagen mir nichts. Sie ziehen an mir vorbei, ich ziehe weiter. Wie eine Herde großer Tiere stehen bewegungslos die Kräne, die die Zukunft gestalten sollen, vor der Kulisse einer Region im Stillstand. Sie beachten mich nicht, sie beachtet mich nicht und ich will mich zwingen, nicht Unmögliches zu verlangen, und versage kläglich.

Die Wochenenden gleichen den früheren, das Sitzen zwischen den Menschen, die meine alten Bekannten geworden sind, ist inhaltslos; unverstanden, nicht verstehend schweige ich. Ich bewege mich rückwärts durch die Zeit. Meine Gedanken versuchen, ein Ganzes herzustellen aus den Splittern und Fetzen dessen, was meine Filter von Draußen übrig lassen. Nichts passt zusammen, und so entsteht mein Bild, und meine Bleistiftskizzen sind nichts als Verzweiflungstaten gegen das Verstehen.

Denn die Stadt schweigt mich an, nur der Blick meines Spiegelbilds, der verzerrten Reflexion, spricht stumm und deutlich Worte, die ich nicht hören will.

Dienstag, 19. Februar 2008

Mein Radio brennt

Und Euch, liebe Radiosender, -moderatoren und -macher, möchte ich mal was mit auf den Weg geben:

Menschen, die um 6:15 Uhr morgens einen Radiosender bar jeglicher Informationsanliegen einschalten, wollen geweckt, nicht in den Schlaf gelullt werden. Um diese Zeit ein Lied zu spielen, in dessen Refrain gefühlte skatrillionen Mal die Zeile "it's too late to apologize" vorkommt, lässt zwar den Schluss zu, dass Ihr zumindest ahnt, wie kacke Euer Programm wirklich ist, ändert aber nichts an der physiologischen Unmöglichkeit, durch den zugehörigen Rhythmus in die Gänge zu kommen, Platz 2 der Charts hin oder her. Und was von diesen generell zu halten ist, zeigt sich mit einem Blick auf Platz 1, auf den zum wiederholten Male die Klingeltonindustrie mit Hilfe des geistig komplett retardierten Durchschnittskäufer ihren akustischen Müll abgeladen hat. Das Ding dann auch tatsächlich öffentlich und gebührenfinanziert abzuspielen, macht Eure Fick-Dich-Hörer-Haltung mehr als deutlich, und keine geheuchelte Entschuldigung der Welt wird mich dazu bringen, das Gegenteil anzunehmen. Lieber stürze ich mich in ein freiwilliges Koma, als meine geistige Anwesenheit nochmal dem Radiowecker anzuvertrauen.

"Schon GEZahlt?", fragen mich die Überreste eines Plakats auf dem Weg zur Arbeit. Langsam greife ich in meine Tasche und ziehe den neuerworbenen Flammenwerfer hervor.

Und Du so?

Du bist nicht angemeldet.

Sieh mal zu!

warm und licht und plüschig

Queries

annaslichtÄTwebDOTde

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported License.

Nix geht verloren, der Treibsand wird archiviert: Deutsches Literaturarchiv Marbach. Danke.

Anna

- heißt eigentlich anders und schreibt seit 2002 hin und wieder was ins Internet, seit 2007 tut sie es hier. Ab und an denkt sie wegen Untätigkeit laut oder leise übers Löschen nach, durchringen kann sie sich nicht. Im Treibsand versinken Gefühle, Eindrücke und Textfetzen, die irgendwohin müssen, aber nirgends so richtig passen wollen.

Status

Online seit 6850 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:09

Credits


[- bilderrätsel -]
[- die worte der anderen -]
[- echtzeit -]
[- formaler selbstinzest -]
[- im rhythmus bleiben -]
[- konturverneinend -]
[- nonverbales treiben lassen -]
[- oder so -]
[- pärchenmärchen -]
[- woahaberjetztechtmaey -]
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren