Donnerstag, 28. April 2011

and I just can't seem to get enough

Und ich so: voll mit der Hand über der Herdplatte. Schon wieder und mit dem wohligen Gefühl in der Magengegend, dass ich sie da bald nochmal drauflegen werde. Weil. Manchmal steh' ich echt fassungslos neben mir und weiß nicht, ob ich mir selbst ordentlich auf den Hinterkopf schlagen oder doch lieber frisches Popcorn besorgen soll.

Samstag, 23. April 2011

notrational

manchmal scheint es fast
als müsse ich nur
deinen namen schreiben
in schwarzer tinte
auf altem papier
damit du wieder
in mein leben trittst

wie heroin im keller
beruhigend aber
nicht wirklich hilfreich
beim aufhören

Montag, 4. April 2011

stalker

Es wäre nur schön gewesen, es hätte sich nicht so überraschend traurig angefühlt, dich wiederzusehen.

Wir haben uns beide verhalten wie die allerletzten Arschlöcher damals. Gleichstand? Keine Ahnung, tut bei der Schwere der zugefügten Verletzungen wahrscheinlich auch nichts mehr zur Sache, dieser Patient ist seit dem letzten Schlagabtausch klinisch tot.

Mein Bauch wollte reden, mein Kopf nicht. Und worüber schon? Da ist sowieso nichts, wo wir uns jemals noch drauf zu bewegen könnten, außer vielleicht der Frage, wer den roten Knopf zuerst drückt. Es gibt genau null Optionen auf ein Miteinanderauskommen, nur diesen riesigen Haufen Scherben, den wir bestenfalls auf der Müllhalde der Lebenserfahrung deponieren können; zu kitten ist da nichts mehr. Weil es mir zwar leid tut, wie es gelaufen ist, aber nicht, was ich getan habe. Ich würde es wieder tun. Und du würdest wohl trotzdem wieder mehr verlangen als ich geben kann und will, um mir meine Haltung dann zum Vorwurf zu machen. Und von da aus, das wissen wir inzwischen beide nur zu gut, ist der Schritt hin zu Manipulationsversuchen, Kälte, Verletzungen und Psychospielen nur noch ein Frage der Zeit. Die erste Runde hat schon genug kaputt gemacht, das Zerstörungspotential einer zweiten liegt außerhalb dessen, was auszuhalten ist. Die einzigen Optionen, die uns bleiben, sind lebenslanges Schweigen oder auf die Fresse bis keiner von uns mehr aufsteht.

Und trotzdem fehlst du mir manchmal, du und die Musik und die Entfernung von der Welt da draußen. Du und der russische Film, den wir nie zusammen gesehen haben.

Mittwoch, 30. März 2011

7:23

Ich habe alles verbrannt, die Trümmer rauchen noch, es wird noch Hitze abgestrahlt. Weißt du noch, wo der Schlüssel gelegen hatte? Zugegeben, es wäre klug gewesen, ihn vorher an mich zu nehmen, aber ich war etwas in Eile, die Sachen verbrennen sich schließlich nicht von alleine, und jemand musste es tun. Irgendwo da in all der Asche wird er schon noch liegen, es wird bestimmt nicht besonders schön ihn zu suchen, vor allem, weil das doch nun alles hinter uns hätte liegen sollen, aber ich bin voller Zuversicht. Reichst du mir bitte die Brötchen?

Montag, 21. März 2011

you gave me fever

dein name ist jetzt
lange genug
quecksilber in meinem hirn
gewesen

Freitag, 18. März 2011

stranger in me

hit me
as hard as
you can take
all that breath
away from me
leave marks
instead and
signs of blues

Samstag, 5. März 2011

idus martii (vorspiel)

warum ich gehe
willst du wissen

weil es frühling geworden ist
das herz weniger schwer
die seele leichter

was ich wollen könnte bleibt zurück
im dunkel der langen nächte unter saturn
als ich mir von dir die luft nehmen ließ
gierig das von dir hingeworfene verschlang
sehnsucht die unerträglichkeit von nähe überwog

ist es frühling geworden
mein herz weniger schwer
meine seele leichter

Mittwoch, 2. März 2011

feierabend

du weißt gar nichts. kannst du auch nicht, weil ich selber nichts weiß. es war dunkel, stockfinster, das benzin hat alles was da an geruch gewesen sein könnte überdeckt. nichts war zu sehen oder zu riechen, und der lärm der maschinen hat alles andere übertönt, alles. also hör auf mit dem scheiß, du weißt nichts, du hast keine verdammte ahnung von dem, was da vor sich ging. selbst ich weiß es nicht, dabei kann ich das blut noch auf meinen lippen schmecken. also hör jetzt auf, mir erzählen zu wollen was passiert ist. halt einfach die fresse, von mir aus fick mich, aber danach will ich endlich meinen kaffee und die zeitung.

Und Du so?

Du bist nicht angemeldet.

Sieh mal zu!

warm und licht und plüschig

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Nix geht verloren, der Treibsand wird archiviert: Deutsches Literaturarchiv Marbach. Danke.

Anna

- heißt eigentlich anders und schreibt seit 2002 hin und wieder was ins Internet, seit 2007 tut sie es hier. Ab und an denkt sie wegen Untätigkeit laut oder leise übers Löschen nach, durchringen kann sie sich nicht. Im Treibsand versinken Gefühle, Eindrücke und Textfetzen, die irgendwohin müssen, aber nirgends so richtig passen wollen.

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Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:09

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