[- samt fürs hüftgold -]

Freitag, 14. Dezember 2007

Backbare Entschärfung eines ewigen Gewissenskonflikts

Eines der Probleme, die es sich gerne in Singlehaushalten bequem machen, ist ja der gemeine Lebensmittelrest. Entweder die 34,2 Gramm Nudeln, die man dann doch nicht mehr geschafft hat, die viereinhalb Esslöffel Gemüsepfanne, die gestern irgendwie nach mehr aussahen - beide nicht ganz so schlimm, man kann es in Suppen werfen oder mit etwas anderem strecken - oder aber die Reste aus Phasen von heißen Gelüsten.

Bei mir läuft das so (Vorsicht, Kinder, nicht zu hause nachmachen!):
In den Supermarkt komme ich dank exklusiver Wohnörtlichkeit und mangels dritten und vierten Rades nicht ganz so oft. Bin ich also da, kaufe ich nicht nur für heute und morgen ein, sondern gleich noch für die folgenden drei, vier Tage. Hier ewas zu vergessen ist schlecht, das kann zu solch leckeren Abendesssen wie Reis mit Mais oder Nudeln mit Kohl (auch hier gilt: nicht zu hause nachmachen!) führen. Also kauft Frau Licht lieber etwas mehr, denkt an Einfrieren, Aufheben, Weiterverarbeiten (manchmal denke ich, sollte ich ein vorheriges Leben gehabt haben, dann hatte ich da wahrscheinlich permanent großen Hunger, was zu meinem heutigen Hamsterverhalten führt).

Dies kummuliert sich fataler Weise häufig mit dem Auftreten von Phasen überzogener Gelüste.
Zum Beispiel. Im Jahr esse ich vielleicht 20 Äpfel - 15 davon schätzungsweise in wenigen, aufeinenander folgenden Wochen. In einer solchen Phase werden also einige Male viele Äpfel gekauft, damit welche da sind, wenn ich sie will, und dennoch sind es eventuell zu wenige.
Es kommt aber immer irgendwann der Punkt, an dem ich keine Äpfel mehr sehen kann. Meist kommt dieser Punkt einen Tag nach einem Einkauf, zu einem Zeitpunkt also, an dem ich recht viele Äpfel mein eigen nennen kann. Meist schiebe ich sie dann ein wenig außer Sichtweite, mein Gewissen plagt mich immer beim Anblick von Lebensmitteln, die definitiv nicht gegessen werden.

Irgendwann tauchen sie dann wieder auf - immer noch essbar, aber: mehlig, was mal gar nicht geht. Gleichzeitig mit den Äpfeln erscheint aber auch wieder das schlechte Gewissen - ich weiß genau, dass ich die nicht mehr essen werde, wegschmeißen kann ich sie aber auch nicht.
Was tun?

Eine Lösung, die im durchschnittlich ausgestatteten Haushalt quasi sofort umsetzbar ist, bietet weihnachtsorientierter Honigkuchen:

100 g Zucker mit
1/2 Päckchen Vanillinzucker und
3 - 4 ordentlich vollen Esslöffeln Honig in
knapp 200 ml Wasser gründlich mischen

das Ganze zu
200 g Mehl mit
1/2 Päckchen Backpulver und
Zimt geben und
zu einem flüssigen, glatten Teig verrühren

wenn man hat
Walnüsse oder ähnliches kleinhacken (oder -hauen, es eignen sich ein Geschirrtuch und ein Fleischklopfer - Achtung, nicht zu empfehlen in Mietshäusern nach 22:00 Uhr!)
1 - 2 Äpfel in kleine Stücke schneiden oder einfach raspeln

Beides in den Teig geben und unterrühren.

Bei 160 °C ca. 50 Minuten backen.

Klebrig, viel zu süß und erstaunlich schmackhaft.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Natriumglutamat

Die besten Pommes der Welt gibt's übrigens auf Gleis 1 am Gießener Hauptbahnhof!

Freitag, 9. November 2007

Zur Beruhigung

Wieso mag eigentlich niemand außer mir Fenchel bzw. Fencheltee?
Bin ich pervers?

Fenchel-Möhren-Gemüse
schnell und schmackhaft zu Kartoffeln und Nudeln

4 Möhren waschen und kleinschneiden
1 Fenchel ebenso

Olivenöl erhitzen und Möhren reinwerfen,
etwas Honig dazu und unterrühren,
ein bisschen eindampfen lassen,
Fenchel dazu,
Salz, Pfeffer und was man sonst so für passend hält
(Chilischoten passen immer),
so lange dünsten bis die genehme Bissfestigkeit erreicht ist,
Sauerrahm drüber,
fertig.

Gerne Parmesan dazu.

Und Reste kann man prima mit Feta strecken.

Mahlzeit.

Samstag, 6. Oktober 2007

Schwabinger Sauereien

Die wirklich guten Sachen findet man ja immer erst, wenn man im Begriff ist, einen Ort zu verlassen. Im Urlaub ist es der einzige Strand ohne Massen von Fliegen oder Menschen (was im Grunde das Gleiche ist: beide Gattungen sind penetrant, machen unangenehme Geräusche und man möchte nach ihnen schlagen, was aber in der Regel nicht wirklich hilft), dafür mit bunten Steinen, hohen Wellen und malerischen Felsen.

In München ist es das Cafe IGNAZ. Eher zufällig stießen wir auf eine Visitenkarte desselben, als wir - eher zufällig - in die Reithalle hineinschnupperten (es roch nicht nach Pferd, sondern nach Gemüse- und Menschenauflauf) und so auf der "ECOVITA - Möbel- und Naturtextilienausstellung 2007" landeten.
Zwischen einigen Dingen, die tendenziell alptraumhaft an das dunkle Zeitalter von Klocks und Vollkornnudeln gemahnten, fanden sich auch diverse schöne und vorallem schön kuschlige Dinge, die wir uns leider nicht mal im entferntesten hätten leisten können (wir bemerkten geschlossen, dass Karriere machen und Geld verdienen nicht immer komplett schlecht sein muss, der Hausschuhmann wünschte uns, in Ermangelung von Verkaufserfolgen, viel Glück).
Weil besagte Visitenkarte mit einer Möhre verziert so nett aussah und für meine vegan lebende Begleiterin die darunter angepriesenen veganen Kuchen eine seltene Verlockung darstellten, nahmen wir es nach eingehender Lektüre mit.

Noch viel zufälliger landeten wir dann später in der Georgenstraße, naja, zugegeben liefen wir einfach permanent geradeaus, aber auch das war ein Zufall, und wir erinnerten uns: oha, vegane Kuchen, da gibt's bestimmt auch veganen Milchkaffee für T., wir könnten also tatsächlich mal richtig Kaffe trinken, statt immer nur Kaffee und Tee oder heiße Zitrone. Ist ja schon aus sprachtechnischer Sicht angenehmer: "Kaffeetrinken" geht ja doch viel leichter von der Zunge.

Endlich angekommen quetschten wir uns hienein und landeten direkt vor der Kuchentheke. Ein Uhr mittags ist nun eigentlich keine gute Zeit für Kuchen, vor allem, wenn man noch keine andere Nahrungsgrundlage geschaffen hat, aber denjenigen will ich sehen, der sich bei diesem Anblick an Konventionen der Nahrungsaufnahme hält: Wackersteine von Gewürzkuchenachteln, gänzlich von Schokolade überzogen, lagen neben riesigen Obstkuchenrädern und nahmen fast die Sicht auf die Cremetorte, deren Stücke in Sachen Größe lediglich von einem gigantischen Schokoladen-Marzipan-Prachtwerk übertroffen wurden (in das ich mich, nebenbei erwähnt, spontan verliebte). Nach einem kurzen inneren Kampf mit dem in solchen Situationen äußerst lästigen Über-Ich und der Nachfrage, welches der denn der vegane Kuchen sei, zeigte uns die Bedienung mehrere extrem schmackhaft, aber nicht ganz so orgiastisch (was nicht heißt, dass ihnen nicht auch etwas ruchvolles anhing) aussehende Torten und Kuchen, und aus einer Mischung von Vernunft, Neugierde und Solidarität heraus entschied ich mich für ein Stück von der leicht nach Nusstorte aussehenden.

Was soll ich sagen - es war fantastisch. Nicht lediglich eine Alternative oder ein Kompromiss, sondern ein wirklich fantastisches Stück Torte, das je zwei Schichten Nougat und Marmelade enthielt, ansonsten viel Nuss, etwas bisquitartiges und außen mit Kokosraspel und sesamähnlichen Körnchen verziert war.
Und um den Aufenthalt perfekt zu machen, gab es große Gläser voll Java-Kaffee: halb Kaffee, halb Schokolade - also ein Getränk, von dem ich ohne Not vollständig leben könnte.

Kann man das noch toppen?
Ja.
Es ist, nicht nur für hiesige Verhältnisse, aber vor allem in Anbetracht der Qualität, mehr als bezahlbar. Und nett sind sie auch noch dort.

Nach meinem nächsten Besuch erzähle ich Ihnen vielleicht von den Gnocchi. Oder einem der Couscousgerichte. Vom Salat? Oder doch lieber vom Kartoffelgratin?
Wir werden sehen.
Wenn ich nicht geplatzt bin, versteht sich.
Kuchen gibt's nämlich gratis zum Nachtisch.

Freitag, 28. September 2007

Der Topf als Sammelbecken der Abgelehnten und Halbvergessenen

Zum Mitdemtagversöhnen braucht's gar nicht so viel:
ein paar halb-frische Pilze, die kleine, traurige Zwiebel von einem namenlos bleibenden, weil unbekannten Mitbewohner, den Rest Schmand, der so dringend weg muss, den unvereidlichen Parmesankäse und die lächerliche Menge Nudeln, die beim letzten Mahlkochen das Zuvieldesguten dargestellt hätte.

Naja. Um ehrlich zu sein, der Parmesan alleine hätte wahrscheinlich auch gereicht. Aber Kochen holt mich so schön runter, vor allem wenn's so schnell geht.

Ich hoffe nur, meine Innereien gewinnen gegen die Pilze.
Da hab ich quasi drauf gesetzt.

Freitag, 21. September 2007

Offizielle Einleitung des Herbstes

Das Gute an Federweiße...r oder m? Egal - ist, dass man ihn ganz schnell und auch alles auf einmal trinken muss, weil er sonst schlecht wird. Da hätte man also eher was unvernünftiges getan, wenn man nicht die ganze Flasche allein leeren würde, da man das dann nicht mehr ganz so gute Zeug ansonsten in den Ausguss kippen müsste. Also doch lieber beschwingtes Sein am Abend, als schlechtes Gewissen und Trennungsschmerz in der Früh.

Zwiebelkuchen wäre das Absolute gewesen, zumal Zwiebeln am Abend zu ausgesprochen erholsamem Schlaf, den ich dringend benötige, verhelfen, was sich mit der durch den Wein erzwungenen Schlaftiefe bestimmt vortrefflich ergänzt. Kümmel besänftigt womöglich auftretende innere Konflikte, auch wenn Kümmel selbst nicht unbedingt ein konfliktarmes Gewürz ist.
Nur war die Küche mit ungefähr 15 arabisch sprechenden Menschen vollgestopft, die etwas außerordentlich leckeres gekocht haben müssen, denn es gab fast kein unbenutztes Kochgeschirr mehr und es roch gigantisch, nur leider nicht nach einem Gericht, das zum jüngsten Wein passen könnte.

[- ach übrigens -]
[- bilderrätsel -]
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