[- ach übrigens -]

Freitag, 25. Januar 2008

Das Recht des Stärkeren.

Mein erster eigener Vermieter war ein wirklicher Unsympath und behielt gegen alle meine Rechte meine Kaution unter fadenscheinigen Begründungen ein. Jung, dumm und naiv wie ich damals war und ohne den heutigen guten Draht zu meinen werten Erzeugern, verzichtete ich auf die umgerechnet gut 200 Euro und verbuche sie bis heute als bezahltes Lehrgeld.

Mein zweiter eigener Vermieter war ein arbeitsscheues Schlitzohr, allerdings ein ungeschicktes, was zu hohen, haltlosen Forderungen seinerseits ohne Zahlungen meinerseits führte. Da er irgendwie dennoch ein netter Mensch und eigentlich einfach nur völlig pleite war, blieb unser Verhältnis relativ gut, bis er das Haus an meinen dritten eigenenVermieter verkaufte.

Dieser dem tiefsten Proletentum entsprungene Alptraum von einem asozialen Menschen mit Grundbesitz hat mich in den verbleibenden acht Monaten des Mietverhältnis viel gelehrt. Dass man Kündigungen mit Weihnachtsaufmerksamkeiten und beiligenden Knebelverträgen schicken kann. Dass man sich an keinerlei Absprachen halten muss, wenn man nicht will. Dass man auch mit Ende 50 und als erfolgreicher Geschäftsmann Briefe voller Unwahrheiten und persönlichen Beleidigungen an alle Mieter des Hauses schicken kann. Ach, so viel mehr noch, doch es geht um was anderes. Die wichtigste Lektion damals war, dass man so jemandem nicht beikommen kann. Klingt hart, sagen Sie? Nicht in unserem Rechtstaat, sagen Sie?

Zitat: ”Wenn ich verliere kostet es Sie immernoch Ihre Zeit. Mich dann zwar mein Geld, aber seien wir ehrlich: ich kann es mir leisten.”

Und dann schließen Sie einen Vergleich, weil die desinteressierte Vertretung des AStA-Anwalts, der Sie zwar kostenlos berät, aber nicht kostenlos vertritt, nicht ausreichend eingearbeitet ist. Sie zahlen den aus Kulanz verringerten Satz in dem Wissen, dass es Sie dennoch härter trifft, als die Gebühr des viel teureren Anwalts den Gegner. Sogar wenn dieser zehn Mal zahlen muss, da er zehn Vergleiche geschlossen hat. Sie beruhigen sich mit dem Gedanken an den baldigen Auszug.

Die 80 Euro, die er von Ihrer Kaution einbehält, genauso wie ähnliche Beträge von anderen Ex-Mietern, stehen Ihnen rechtmäßig zu, das wissen Sie mittlweile. Aber Sie wissen auch um Ihr Nervenkostüm, Ihre Schlafstörungen. Sie können es sich nicht unbedingt leisten, umziehen ist teuer und neue Schuhe wären eigentlich wichtiger, aber Sie genehmigen sich den Luxus und kaufen sich: Ruhe.
Sie belassen es bei den drei Anschreiben und den Telefonaten. Sie beantragen keine Prozesskostenhilfe. Mittels Atemübungen bekommen sie die seltener werdenden Ohnmachtsgefühlattacken in den Griff.

In einem Satz: nach Auffassung des Bundesrates haben Sie alles richtig gemacht. Sich von Menschen mit viel Geld selbiges aus der eigenen Tasche ziehen zu lassen ohne sich dagegen zu wehren, gerade wenn man kein oder nur sehr wenig Geld hat - das ist wahres deutsches Staatsbürgertum, wahre Solidarität.

Auf Bagatellverfahren hat nur der ein Recht, der sich den Anwalt leisten kann. Du bist Deutschland.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Zwischenerzeugnis

Sind Zwischenerzeugnisse in Flaschen mit Schaumweinstopfen und besonderer Haltevorrichtung enthalten oder beträgt der bei + 20°C auf gelöstes Kohlendioxid zurückzuführende Überdruck 3 bar oder mehr, so beträgt die Steuer 136 €/hl.

aus der Wikipedia

Kann man eigentlich für sich so stehen lassen.

Mittwoch, 14. November 2007

the key is the secret

Jetzt mal im Ernst.
Eigentlich ist es traurig, dass erst das volksvertreterische Durchwinken der Vorratsspeicherung von Telekommunikationsdaten das Thema Datensicherheit im allgemeinen Bewusstsein nach oben spült. Ich kann mich da nicht ausnehmen, bisher habe ich aus reinster Bequemlichkeit die "was soll schon passieren"-Mentalität an den Tag gelegt. Aber damit ist jetzt Schluss, ich fange an zu lesen.

Warum?
Weil man nie weiß, was morgen illegal, terroristisch motiviert oder einfach nur verdächtig ist. Dies wiederum kann schneller als einem lieb ist, dazu führen, dass private Firmen, gerne auch welche, die nicht ganz unbefangen sind, den vollen Zugriff auf die Festplatte erhalten.
Schön.
Die eigenen Texte, Arbeiten, Photos, Quellcodes, Termine, E-Mails und was sonst noch so auf Rechnern rumfliegt in den Händen der Privatwirtschaft, also genau da, wo man sie am liebsten haben möchte. Nicht, dass ich glauben würde, staatliche Einrichtungen hätten höhere Anforderungen an Datensicherheit und generell den Umgang damit, nein, nein, aber die hab' wenigstens ich im weitesten Sinne beauftragt.

Da draußen sind ein großer Haufen Stümper, Fanatiker und geldgesteuerte Interessenvertreter, die auf legalem und ilegalem Wege Zugriff auf unsere privatesten Daten und Lebensbereiche erlangen können.

Ich habe keine Lust mehr, hilflos daneben zu stehen und mit entsetztem Gesicht auf den mehr als fahrlässigen Umgang mit unseren Grundrechten und damit letztlich den Steelen unserer Gesellschaft zu starren.
Machen wir's ihnen wenigstens schwer, nutzen wir die Technik.

u.a. via fixmbr

Freitag, 9. November 2007

Zur Kenntnis gegeben

Im Übrigen war heute der 9.11.2007, weswegen einige Menschen auf der Straße und an Gedenkstetten trauern und mahnen, also bitte nicht über eventuell Kranzniederlegungen wundern.

In bester deutscher Tradition wurde zu diesem Datum mal wieder etwas zu Grabe getragen.

Man kann auch anschauen, von wem (PDF).

Sonntag, 4. November 2007

Hingehen, Flagge zeigen.

Ende nächster Woche soll im Bundestag über eine weitere Verschärfung der Telekommunikationsüberwachung sowie die Vorratsdatenspeicherung entschieden werden. Um auf den Willen der Bürger aufmerksam zu machen finden am 6.11.2007 bundesweit in vielen Städten Kundegebungen und ähnliches statt.

Je mehr kommen, desto besser natürlich, also: Botschaft verbreiten und hingehen - es sei denn man steht auf ein noch breiter angelegtes staatliches Archivierungssystem der eigenen Telefon- und Mailkontakte.

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