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Vaterfreuden

Da kennt man sich seit fast 30 Jahren, von denen er mehr bewusst und erinnerbar erlebt hat als ich, und er bringt es dennoch fertig mich, während ich noch mein spätes, aber nach fünf Stunden Schlaf dringend notwendiges Frühstück zusammentrage und bevor ich auch nur einen einzigen Schluck Kaffee zu mir genommen habe, zu fragen, warum ich noch nicht bei der werten Großmutter angerufen habe, mir seine überschüssigen Kladden anzudrehen und mich süffisant von der Seite zu fragen, was denn die Wohnungssuche so mache. Und das der Samstagvormittag dafür ja am besten geeignet sei. Wohlwissend, dass ich gestern nicht gesucht habe.

Aber dann ernsthaft pikiert und erstaunt über meine absolut vorhersehbar genervte Reaktion sein. Als ob ich im Ernst nicht alles dransetzen würde, hier wieder rauszukommen.
Menschenskind.
an.na (Gast) - 11. Aug, 19:28

Sag bloß, Du bist auch nicht so, wie Dein Vater es gern hätte? ;)

Anna Licht - 12. Aug, 12:28

Jaaaa, Überraschung.

Wobei das Sein an sich glücklicherwiese nicht so das Problem ist. Da ist er liberal. Aber das Wie, die Vorgehensweisen und Methoden... exemplarisch verweise ich da immer auf die Spülmaschine, die ich in seinem Beisein schon aus Prinzip nicht mehr befülle. Ich weigere mich, da es komplett unsinnig ist, eine bestimmte Menge Geschirr einzuräumen, nur um dann sehen zu müssen, wie diese (gleichbleibende!) Menge in 20 minütiger Arbeit unter Kopfschütteln und Geraune umsortiert wird. Nicht so, dass mehr hinein passen würde oder das Ausräumen erleichtert würde, neinenin. Nur so, dass es "besser" ist. Was auch immer das bedeuten mag, ich habe es bisher nicht herausfinden können, hoffe aber, im Alter nicht genauso zu werden.
an.na (Gast) - 13. Aug, 10:23

Die Sache mit der Spülmaschine kenne ich von meinem Schwiegervater. Ich nehm ihm das fraglos ab, daß er sie besser einräumen kann, denn es ist ja seine.

Naja, ich bin mir aber sicher, daß Ihr Euch gern habt. Reibereien muß es wohl immer geben - und solange sich das darauf beschränkt, wer der bessere Einpacker ist *g*.
Anna Licht - 13. Aug, 12:04

Ja, mein Papili ist schon ein Guter. Er ist mir nur so.... also ich ihm... ach, ich bin unzweifelhaft seine Tochter, das macht es manchmal etwas anstrengend. Und wenn ich endlich (endlichendlich) wieder meine eigenen vier Wände habe, dann verschwinden auch 99% der Reibereien wieder.

Aber dieses Spülmaschinenphänomen ist wirklich interessant. Es sollte psychologische bzw. soziologische Studien über das Umsortieren von eingeräumtem Geschirrund die Deutungsmacht über den korrekten Befüllungsstand der Maschine durchgeführt werden.